Ghosting im Recruiting: Tipps gegen die plötzliche Funkstille

878 494 Juri Lasse Raffetseder

Ghosting ist ein Phänomen, das eigentlich aus dem Online-Dating bekannt ist: Eine Person verschwindet trotz anfänglicher Annäherung einfach, ohne sich zu melden oder ihrem Gegenüber mitzuteilen, was zum Kontaktabbruch geführt hat.

Was bedeutet Ghosting im Recruiting? Wie oben bereits erwähnt, beschreibt Ghosting das Abtauchen (Kontaktabbruch) eines Kontaktes. In Bezug auf den Recruiting-Prozess betrifft das den Kandidaten bzw. Bewerber. Ein Beispiel: Ein Recruiter hat den Kandidaten auf den sozialen Medien kontaktiert. Es gab bereits mehrere Gespräche und zudem wurden schon einige Mails verschickt. Doch dann meldet sich der Jobinteressent plötzlich nicht mehr und verschwindet von der Bildfläche. Keine Antworten mehr auf E-Mails und Telefonate. Im schlimmsten Fall existiert bereits ein unterzeichneter Arbeitsvertrag und der Kandidat erscheint gar nicht erst zum ersten Arbeitstag. Das kann den Recruitingverantwortlichen schon mal verunsichern: War der Bewerbungsprozess zu kompliziert? Ist der Kandidat zum Wettbewerber gegangen? Verliefen die Gespräche nicht gut?

Die Gründe für ein Ghosting können vielfältig sein. Im Recruiting ist das Phänomen heute keine Seltenheit mehr. Unternehmen suchen händeringend nach qualifiziertem Personal. Bewerber wissen um ihre Einzigartigkeit und testen oft nur ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Sie sind nicht aktiv auf Jobsuche und sind bereits in einem gut bezahlten Job mit guten Perspektiven. Wenn es dann konkret wird und zu einem Jobangebot kommt, entfliehen sie der Situation mittels eines Kontaktabbruchs.

Oft befinden sich die Talente zwischen zwei Stühlen: Sie müssen sich beispielsweise zwischen zwei spannenden Positionen entscheiden. So kommt es während der Bewerbungsphase zu zeitlichen Lücken, der Kandidat nimmt zur Sicherheit erst einmal das Jobangebot der zweiten Wahl an, wartet aber eigentlich noch auf bessere Angebote.

Eine Absage zu erteilen ist für manche Bewerber eine unangenehme Situation und kostet ein wenig Überwindung. Ein Kontaktabbruch ist selbstverständlich komfortabler und gerade über die digitale und distanzierte Kommunikation sehr einfach.

Ghosting kostet unnötig Zeit und verursacht Kosten, jedoch kann man als Unternehmen einiges dagegen unternehmen. Dazu folgende Tipps, wie wir als horst weyer und partner Ghosting entgegenwirken:

1) Wertschätzung und Respekt: Im gesamten Bewerbungsprozess sollte man offen und transparent kommunizieren, eine gute Atmosphäre im Vorstellungsgespräch schaffen und den Kandidaten immer über den aktuellen Stand seiner Bewerbung informieren. Insbesondere wenn der Kandidaten bereits eingestellt wurde und er auf den 1. Arbeitstag wartet, kann Ghosting problematisch werden. Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich in Bezug auf das Onboarding im Kontakt mit dem neuen Mitarbeiter zu bleiben, indem man ihm z. B. einen groben Einarbeitungsplan per Mail zuschickt und die Vorfreude auf seinen ersten Arbeitsantritt kommuniziert.

2) Den Auswahlprozess personalisieren: Jeder Bewerber möchte als individuelle Person angesehen werden, somit sind Standard-Mails nicht hilfreich. Die Kandidaten müssen im Bewerbungsprozess spüren, dass die Kommunikation nicht nur automatisch stattfindet. Daher kann es hilfreich sein, den Personen im Auswahlprozess die Möglichkeit zu geben, mit Vorgesetzten und Kollegen persönlich zu sprechen. Hierzu kann die Personalabteilung ein Video-Meeting organisieren, bei denen sich alle Beteiligten gegenseitig kennenlernen können.

3) Candidate Journey: Betrachten, wie der Weg bis zur Einstellung aussieht. Ggf. sind Schwachstellen und Lücken zu finden, die man optimieren kann. Werden Arbeitgebervorteile kommuniziert? Ist der Bewerbungsprozess klar strukturiert? Hier gilt es, langwierige Prozesse bis zur Entscheidung zu vermeiden.  

Natürlich existiert Ghosting seitens einiger Arbeitgeber ebenfalls. In der Vergangenheit ist es immer häufiger vorgekommen, dass Personalverantwortliche die Bewerber über den Stand ihrer Bewerbung nicht informiert haben oder ihnen keine Absage erteilten. Diese Zeiten haben sich allerdings geändert.

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Chiara Jäschke
horst weyer und partner
Personalreferentin
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