Bayerische Wassertage 2019: Mikroplastik, Trinkwasserversorgung und Klimawandel

Auch dieses Jahr war die weyer gruppe auf den 15. Bayerischen Wassertagen am 6. und 7. November in Augsburg vertreten. Der Veranstalter, der Förderverein KUMAS Umweltnetzwerk e.V., nimmt sich jährlich auf den Bayerischen Wassertagen der Aufgabe an, neue Technologien und Innovationen sowie die rechtlichen Grundlagen rund um das Thema Wasser zu erörtern und zu diskutieren.

Der Fachkongress hat sich als Treffpunkt und Austauschplattform für Anlagenbetreiber, Behörden und Planungs- und Gutachterbüros etabliert. Er dient dem Update zu wasserrechtlichen und wassertechnischen Fragestellungen. Betriebsbeauftragte für den Gewässerschutz können ihre Kenntnisse auffrischen und ihrer gesetzlich geforderten Fortbildungspflicht nachkommen.

Zu den diesjährigen Topthemen zählten unter anderem Mikroplastik in Gewässern, die Zukunft der Trinkwasserversorgung und die Risiken des Klimawandels.

Kunststoffe haben große Vorteile in der Haltbarmachung von Lebensmitteln, für einen umweltgerechten Transport, in der technischen Ausrüstung von Maschinen, Elektrogeräten und vielen Artikeln des täglichen Lebens. Plastikmüll findet sich inzwischen überall. Kunststoffpartikel werden inzwischen in den entlegensten Winkeln der Welt – von der Arktis bis in die Tropen, von der Wasseroberfläche bis in die Tiefsee festgestellt. Dr. Martin Löder von der Universität Bayreuth berichtete von den Arbeiten im „Sonderforschungsbereich Mikroplastik“. Neue, wissenschaftlich fundierte Grundlagen für die Bewertung der Umweltrisiken von Massenkunststoffen werden hier erarbeitet.

Trinkwasser ist nicht nur in Bayern das bestüberwachte Lebensmittel. In Bayern stammt Trinkwasser aber nicht nur aus Tiefbrunnen. Ein Teil des geförderten Trinkwassers stammt aus Uferfiltrat oder Oberflächengewässern. Durch den stetigen Fortschritt in der hydrochemischen Analytik liegen für die Ressource Trinkwasser heute zudem immer genauere Analysewerte vor. So wird festgestellt, dass Wassergewinnungsanlagen mit Uferfiltrat- oder Oberflächenwassereinfluss gegenüber Quellen und reinen Grundwassergewinnungen grundsätzlich zusätzlichen Risiken unterworfen sind. Dies stellt betroffene Trinkwasserversorger vor neue Herausforderungen. Am Landesamt für Umwelt wurde deshalb das Projekt „Klimaanpassung und Wasserversorgung“ gestartet, das relevante Standortparameter an den bayerischen Wassergewinnungsanlagen mit Uferfiltrateinfluss untersuchen und anschließend eine fundierte Risikoeinschätzung und Risikobewertung erarbeiten soll.

Die Sommer der letzten Jahre brachten immer neue Temperatur- und Hitzerekorde mit sich, gleichzeitig aber lokal immer häufigere Starkregenereignisse. Nach trockenen, heißen Tagen folgten extreme Regenfälle. Diese Beobachtung lässt sich auch statistisch nachvollziehen, wie Maria Foltyn vom Bayerischen Landesamt für Umwelt anhand der Ergebnisse verschiedener Studien nachweisen konnte. Die wichtigste Erkenntnis dabei: Starkregen ist im Prinzip immer und überall möglich! Digitale Modelle können zukünftig die Vorhersagen von Starkregenereignissen verbessern und somit zur Schadensreduzierung beitragen. Die Prognosen zum fortschreitenden Klimawandel lassen erwarten, dass sowohl die Zahl der Ereignisse als auch die Schadensumfänge im Laufe des 21. Jahrhunderts zunehmen werden.

Hier finden einige Impressionen der 15. Bayerischen Wassertage:

 

Bildquelle: KUMAS e. V.

Wir bedanken uns bei allen, die uns an unserem Stand besucht haben und sich mit uns ausgetauscht haben.

Haben Sie weitere Fragen? Wir sind gerne für Sie da:


Thomas Knoblauch
horst weyer und partner | weyer gruppe
Leiter Büro Nürnberg
Tel: +49 (0) 911 – 35 65 76
E-Mail: t.knoblauch@weyer-gruppe.com