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    Technische Mitteilung: Explosionsschutz Novellierung der Technischen Regeln für Gefahrstoffe 723 und 724

    878 494 Stefanie Alef

    Im letzten Jahr wurden die TRGS 723 und 724 als zwei von drei Neufassungen der bisherigen Technischen Regeln zum Brand- und Explosionsschutz der 700-Reihe veröffentlicht. Die verbleibenden Regeln der Reihe wurden teilweise zuletzt im Jahr 2006 überarbeitet, was eine Novellierung umso wichtiger macht, denn der Stand der Technik verändert sich laufend.

    Nach einer Bearbeitungsphase von über neun Monaten konnten die TRGS 723 und 724 im Sommer letzten Jahres dann im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht werden. Die TRGS 723 „Gefährliche explosionsfähige Gemische – Vermeidung der Entzündung gefährlicher explosionsfähiger Gemische“ ersetzt die bis dahin geltende TRBS 2152 Teil 3 aus September 2009 und die TRGS 724 „Gefährliche explosionsfähige Gemische – Maßnahmen des konstruktiven Explosionsschutzes, welche die Auswirkung einer Explosion auf ein unbedenkliches Maß beschränken“ gilt nun anstelle der TRBS 2152 Teil 4 aus Februar 2012.

    Die technische Regel für Gefahrstoffe 723 wurde vom Ausschuss für Gefahrstoffe vor allem in den Punkten 5.4 Zündquellen durch mechanische Reib-, Schlag- und Abriebvorgänge, 5.5 Elektrische Anlagen, 5.8 Blitzschlag und 5.12 Ultraschall angepasst.

    Unter 5.4 geht der Ausschuss auf abgetrennte Partikel erhöhter Temperatur ein, die unter bestimmten Umständen bereits eine wirksame Zündquelle darstellen können; beispielsweise, wenn es sich um metallene Partikel erhöhter Temperatur handelt, die noch oxidationsfähig sind.

    Im Abschnitt 5.5 Elektrische Anlagen wurden einige Punkte gestrichen. Unter anderem sind die zusätzlichen Anforderungen an die Zündschutzarten „e“-erhöhte Sicherheit- und „tD“ staubsicheres Gehäuse- entfallen.

    Die Abschnitte 5.8 Blitzschlag und 5.12 Ultraschall der TRGS 723 wurden nahezu komplett neu formuliert. Für Betreiber ergeben sich daraus detailliertere Anforderungen z.B. bei der Ausführung des Blitzschutzes, soweit er als Explosionsschutzmaßnahme notwendig ist, und mehr Informationen bei der Anwendung von Messgeräten, deren Messmethode auf Ultraschall beruht.

    Des Weiteren wurden Informationen zur Übertragbarkeit der Anforderungen zur Vermeidung von wirksamen Zündquellen auf nicht-atmosphärische Bedingungen zu chemisch instabilen Gasen und zur Zersetzung kondensierter Phasen und zur Bewertung von MSR-Einrichtungen nach TRGS 725 aufgenommen.

    Für Betreiber können sich daraus einige Änderungen in der bisherigen Einteilung der Ex-Zonen in Ihrem Betrieb ergeben.

    An der TRGS 724 hat sich im Allgemeinen nur wenig verändert. Als grundlegende Neuerung kann jedoch die Einführung des neunten Kapitels zum Thema „Explosionstechnische Entkopplung bei hybriden Gemischen“ gesehen werden. Dies führt zu einem verstärkten Bewusstsein, dass bei hybriden Gemischen eine separate Betrachtung notwendig ist. Denn es können sich in dem Fall zusätzliche Anforderungen an die technische Ausführung ergeben, da sich die Eigenschaften und sicherheitstechnischen Kenngrößen von dem Gemisch ergänzen und auch verstärken können. Das Vorhandensein von hybriden Gemischen ist z. B. bei der Verarbeitung von brennbaren Stäuben in Gegenwart von Lösemitteldämpfen zu beachten.

    Wussten Sie schon? Das neue Kapitel 9 „Explosionstechnische Entkopplungbei hybriden Gemischen“ in der TRGS 724 ist zwar recht kurz, greift erstmals die hybriden Gemische, also eine Kombination aus zündfähigen Stoffen in verschiedenen Aggregatzuständen, auf.

    Referenzbeispiele

    SIHL GmbH

    Die horst weyer und partner gmbh stellt bei der SIHL GmbH die Beauftragten für den EX- und Brandschutz. Die neuen TRGS 723 und 724 sind Grundlage zur Erstellung der Explosionsschutzdokumente für weitere Beschichtungsanlagen, die 2020 bei der SIHL GmbH in Betrieb genommen werden.

    Koehler Kehl GmbH

    Die Koehler Kehl GmbH erweitert aktuell Ihre Produktionsstätte um weitere Maschinen. Dazu muss auch das bisherige Ex-Schutz Dokument angepasst werden. Dies übernimmt die horst weyer und partner als Teil der weyer gruppe unter Berücksichtigung der neuen TRGS 723 und 724.

    Verena Hoppe

    horst weyer und partner

    Verena Hoppe, M. Sc. Chemieingenieurin

    Verena Hoppe ist seit 2018 bei der horst weyer und partner gmbh für die weyer gruppe  im Bereich Explosionsschutz tätig. Sie ist Ihre Ansprechpartnerin für die  Themen Gefährdungsbeurteilung und Zündgefahrenbewertung.  Frau Hoppe studierte Chemieingenieurwesen in Dortmund.

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