Welche Aufgaben übernehmen Brandschutzbeauftragte?

878 494 Stefanie Moschkau

Der Brandschutzbeauftragte hat die Aufgabe, die Einhaltung des Brandschutzes sicherzustellen und verantwortliche Personen (z. B. den Betreiber, den Eigentümer etc.) über festgestellte Mängel in Bezug auf den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz zu informieren.

Er erfüllt seine Aufgabe im Wesentlichen durch regelmäßige Begehungen der Arbeitsstätte und somit auf Basis einer Ermittlung von sogenannten „konkreten Gefahren“, d. h. von Gefahren, die mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu einem Schaden aufgrund eines Brandes führen können.

Er kann darüber hinaus auch den Kontakt zur zuständigen Feuerwehr, der Brandschutzdienststelle und ggf. auch dem Bauordnungsamt sowie dem Feuerversicherer, z. B. im Rahmen der Durchführung von Genehmigungsfragen, halten.

Darüber hinaus trägt er Sorge, dass vorbeugende organisatorische Maßnahmen des Brandschutzes sowie das Verhalten in einem Brandfall (Selbsthilfe und Selbstrettung) allen Beschäftigten bekannt sind und somit die spezifischen Festlegungen zum betrieblichen Brandschutzes der Arbeitsstätte eingehalten werden.

Zu den Aufgaben des Brandschutzbeauftragten können auch die Erstellung und Fortschreibung einer Brandschutzordnung sowie die Unterweisung der Beschäftigten und Brandschutzhelfer gehören.

Ist die Gestellung eines Brandschutzbeauftragten vorgeschrieben?

Ja, z. B. in der der Muster-Richtlinie über den baulichen Brandschutz im Industriebau (MIndBauRL), wonach der Betreiber eines Industriebaues ab einer Summe der Grundflächen aller Brandabschnitte von insgesamt mehr als 5.000 m² einen geeigneten Brandschutzbeauftragten zu bestellen hat.

Darüber hinaus wird auch in der Technischen Regel für Arbeitsstätten – Maßnahmen gegen Brände (ASR A2.2) die Gestellung eines Brandschutzbeauftragten für Betriebe mit einer erhöhten Brandgefährdung empfohlen.

Die Benennung eines Brandschutzbeauftragten kann auch für Versammlungs- und  Verkaufsstätten sowie aufgrund von speziellen Vereinbarungen mit dem Feuerversicherer gefordert werden.

Welche Vorteile bietet der externe Brandschutzbeauftragte?

Die Funktion des Brandschutzbeauftragten kann einerseits durch einen qualifizierten und nachweislich ausgebildeten Mitarbeiter einer Arbeitsstätte bzw. eines Industriebaus übernommen werden. Alternativ kann ein Brandschutzbeauftragter auch durch einen Dienstleister gestellt werden.

Dieser sogenannte externe Brandschutzbeauftragte kann durch seine Sicht „von außen“ die optimale Beratung von verantwortlichen Personen garantieren, da er weniger betriebsblind ist und seine Arbeit auch nicht durch ggf. vorliegende betriebsinterne Hierarchien behindert wird.

Wann ist die Erstellung einer Brandschutzordnung erforderlich?

Nach den Vorgaben der MIndBauRL haben die Betreiber eines Industriebaus im Einvernehmen mit der Brandschutzdienststelle, in Abhängigkeit von der Art oder Nutzung des Betriebes, stets jedoch bei Industriebauten mit einer Summe der Grundflächen der Geschosse aller Brandabschnitte von insgesamt mehr als 2.000 m², eine Brandschutzordnung aufzustellen.

Welche Schulungen sind für Beschäftigte durchzuführen?

Nach den arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben der ASR A2.2 hat der Arbeitgeber alle Beschäftigten einer Arbeitsstätte über notwendige Maßnahmen zur Vermeidung von Entstehungsbränden, über die in den Arbeitsbereichen der Beschäftigten vorhandene Brandgefahren sowie über Verhaltensregeln in einem Brandfall, noch vor der Aufnahme der Beschäftigung, bei einer Veränderungen des Tätigkeitsbereiches sowie in angemessenen Zeitabständen, mindestens jedoch einmal jährlich, zu unterweisen.

Auch nach dem baurechtlichen Vorgaben der MIndBauRL sind alle Beschäftigten in einem Industriebau zu Beginn des Arbeitsverhältnisses und danach in Abständen von höchstens zwei Jahren über die Lage und die Bedienung der Brandschutzeinrichtungen (z. B. Feuerlöscheinrichtungen, Wandhydranten, Alarmierungseinrichtungen etc.), über die Inhalte der Brandschutzordnung sowie das Verhalten in einem Gefahrenfall (z. B. die Räumung, die Flucht- und Rettungswege, die Sammelstellen des Industriebaus bzw. des Standortes) zu belehren.

Diese Unterweisung der Beschäftigten wird als „theoretische Grundunterweisung“ bezeichnet.

Was sind die Aufgaben von Brandschutzhelfern?

Gemäß den Vorgaben der ASR A2.2 hat der Arbeitgeber zusätzlich eine ausreichende Anzahl von Beschäftigten einer Arbeitsstätte durch Unterweisung und Übung im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen zur Bekämpfung von Entstehungsbränden vertraut zu machen. Hierzu gehören neben der theoretischen Schulung auch praktische Übungen im Umgang mit Selbsthilfeeinrichtungen (z. B. Feuerlöschern, Wandhydranten (Typ S) etc.). Hierbei hat der Selbstschutz oberste Priorität.

Die Unterweisung ist in Abständen von zwei bis fünf Jahren zu wiederholen. Das konkrete Zeitintervall für die Schulung der Brandschutzhelfer ist vom Arbeitgeber anhand einer Gefährdungsbeurteilung festzulegen.

Die Anzahl der zu benennenden Brandschutzhelfern in einer Arbeitsstätte ergibt sich ebenfalls aus einer Gefährdungsbeurteilung. Ein Anteil von 5 % der Beschäftigten ist in der Regel ausreichend. Eine größere Anzahl von Brandschutzhelfern kann z. B. in Bereichen mit erhöhter Brandgefährdung, bei der Anwesenheit vieler Personen, Personen mit eingeschränkter Mobilität sowie bei großer räumlicher Ausdehnung der Arbeitsstätte erforderlich sein.

Diese Unterweisung der Brandschutzhelfer wird als „theoretische und praktische Unterweisung“ von Personen mit besonderen Brandschutzaufgaben, im Sinne der Brandschutzordnung (Teil C), nach den Vorgaben der DIN 14096 verstanden.

Brandschutzbeauftragte simulieren einen Lachenbrand mit einem FireTrainer
Simulation eines Lachenbrands mit einem FireTrainer
Brandschutzbeauftragte simulieren einen Papierkorb-Brand mit einem FireTrainer
Simulation eines Papierkorb-Brands mit einem FireTrainer

Weitere Einzelheiten zur Ausbildung von Brandschutzhelfern können der DGUV Information 205-023 entnommen werden.

Wie kann die weyer gruppe unterstützen?

Die weyer gruppe besitzt große Erfahrungen im betrieblichen Brandschutz. So werden seit mehr als 25 Jahren externe Brandschutzbeauftragte für Unternehmen in ganz Deutschland durch die weyer gruppe gestellt.

Auch die Unterstützung bei der Erstellung einer Brandschutzordnung sowie der theoretischen und praktischen Schulung von Mitarbeitern ohne und mit besonderen Brandschutzaufgaben kann durch die weyer gruppe erfolgen.

Kontaktieren Sie uns unter:
Robert Schütz
weyer gruppe | horst weyer und partner gmbh
Leiter Brandschutz
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